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JANUAR 2015
 
Mitarbeiter im Fokus
 

BRITTA KOCH ÜBER

ZIELFINDUNGEN UND

GIPFELSTÜRME


Oder: Über Kernkompetenzen und warum Unternehmen manchmal selbstbewusste Schritte setzen müssen, um hochgesteckte Ziele „trittsicher“ zu erreichen

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Britta Koch kommt aus Deutschland. Aber nicht aus dem „flachen“ Teil. Vielmehr entstammt sie dem bayrischen Augsburg, das ja durchaus „imposante“ Berge vorzuweisen hat. Allerdings wollte Britta MEHR davon ... Und das dürfte wohl auch der Grund gewesen sein, warum sie nach ihrem Studium einfach in Innsbruck „hängengeblieben“ ist. Denn Klettern, Bergsteigen, Mountainbiken und Tourengehen ... das sind ihre Steckenpferde. Sie findet immer ein neues Ziel, das sie erreichen will. Und nach wie vor gibt es selbst im kleinen Tirol noch viele Gipfel, die sie erstürmen möchte.

Doch nicht nur privat kennt sie sich aus, wenn es um Zielfindungen und Gipfelstürme geht. „Das ist auch DAS Thema schlechthin, wenn wir unsere Kunden begleiten!“, meint sie. „Denn auch hier geht es darum, auf Basis des Bestehenden neue Wege und Ziele zu finden. Und manchmal fühlt es sich für alle Beteiligten wie eine anstrengende Bergtour an. Doch am Ende hat man von 'oben' völlig neue Perspektiven!“

Britta Koch im Gespräch mit Patrick Feuerstein ...
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Patrick: Britta, in der Managementtheorie wird insbesondere von Vertretern der Ressource-based View immer wieder darauf hingewiesen, dass sich Unternehmen viel zu selten mit Wachstums- und Differenzierungsoptionen befassen, die sich aus den bestehenden Kernkompetenzen eines Unternehmens ableiten lassen. Sie verlassen also ungern bekannte Pfade und machen sich wenig Gedanken über neue Ziele. Welche Erfahrungen konntest du diesbezüglich im Rahmen deiner Beratungsprojekte machen?

Über einzigartige Fähigkeiten von Unternehmen,
die oft nicht wahrgenommen werden wollen

Britta: Es ist immer wieder erstaunlich, wie schwer es manchen Firmen fällt, über die eigenen Kompetenzen zu reflektieren, die sie definitiv „haben“. Häufig werden wir im Rahmen unserer Kompetenzinterviews gefragt, warum wir nicht einfach abfragen, was sie NICHT können. Das sei einfacher. Oder sie „beichten“ uns förmlich, wo aus ihrer Sicht ein konkreter Nachholbedarf besteht, wo sie sich verbessern müssen und was „die anderen“ viel besser können. Selten bekommen wir auf Anhieb die jeweiligen Stärken und Kompetenzen zu hören.

Patrick: Sich mit den eigenen Stärken und Schwächen REFLEKTIERT zu befassen, scheint also nicht nur im Privatleben, sondern auch im unternehmerischen Tun ein großes Thema zu sein. Welche Gründe gibt es deiner Meinung nach für diese Fehleinschätzungen?

Britta: Ich habe oft das Gefühl, dass viele Unternehmen sich zu sehr im Alltagsgeschäft in all den bestehenden Problemen verlieren. Und gleichzeitig bekommen sie vom Markt einen Spiegel vorgehalten, der ihnen ständig veranschaulicht, was die Konkurrenz Neues und Innovatives zu bieten hat. Da verschieben sich nicht nur die Maßstäbe. Auch die eigene Denkhaltung wird entsprechend geprägt und entwickelt sich hin zu einem Denken in Mängeln und Schwächen.

Patrick: Vielleicht können wir kurz ein paar Methoden streifen, wie es IMP trotzdem gelingt, gemeinsam mit den Unternehmen deren Kernkompetenzen herauszufinden und darauf aufbauend in neuen „Bahnen“ zu denken und neue Ziele zu stecken ...

Über Tiefeninterviews, um kurzzeitige Wettbewerbsvorteile
von nachhaltigen Kernkompetenzen zu unterscheide
n

Britta: Wir bemühen uns, in den Tiefeninterviews offen an die Themen heranzugehen. Gemeinsam mit den Kunden wird Bestehendes reflektiert und eingefahrene Denkmuster werden hinterfragt. Um die Kompetenzen möglichst genau analysieren zu können, lassen wir diese mit all den „dahinterliegenden“ Fähigkeiten auf einer von uns entwickelten Skala bewerten. So stellen wir sicher, dass wir kurzzeitige Wettbewerbsvorteile von nachhaltigen Kernkompetenzen  unterscheiden können. ECHTE Kernkompetenzen

  • schaffen nämlich einen Mehrwert für den Kunden,
  • sind selten,
  • sind schwer bzw. nicht imitierbar oder substituierbar und
  • öffnen potenziell den Zugang zu neuen Märkten.

Gleichzeitig können wir mit dieser Vorgangsweise auch herausarbeiten, in welchen Bereichen welche Kompetenzen noch weiter ausgebaut werden müssen, um hier Kernkompetenzen aufzubauen und zu entwickeln.

Patrick: Inwieweit kommt hier der OPEN-Gedanke zum Tragen?

Britta: Wenn wir Projekte mit einem bestimmten Fokus haben, beispielsweise im Bereich „Technology Driven Innovation“, binden wir Experten aus dem jeweiligen Fachgebiet ein.
Je nach Aufgabenstellung beziehen wir in die Kompetenzanalyse zudem noch weitere externe Sichtweisen mit ein. Das können Kunden, Nicht-Kunden oder Partner sein, wie etwa Zulieferer und dergleichen mehr. Diese unterschiedlichen Sichtweisen helfen, dem Unternehmen einen weiteren „äußeren“ Spiegel vorzuhalten und bestehende Fähigkeiten, aber auch mögliche Entwicklungspotenziale aufzuzeigen.

Patrick: Kommt es auch vor, dass Unternehmen keine Kernkompetenzen haben?

Britta: Es ist es keineswegs selbstverständlich, dass ein Unternehmen eine oder gar mehrere Kernkompetenz/en hat. Vielmehr sind es oft BÜNDEL an Fähigkeiten, die innerhalb einer Branche so in dieser Form auch bei keinem anderen Wettbewerber vorkommen. Diese Fähigkeitsbündel können ein Unternehmen aber sehr erfolgreich werden lassen. Und häufig sind es genau diese Bündel, an denen wir arbeiten, um daraus doch noch eine Kernkompetenz zu entwickeln.

Über Wegbereiter und Wegbegleiter
auf dem Weg nach oben

Patrick: Welche Gefahren siehst du persönlich, wenn es darum geht, völlig neue Wege zu beschreiten? Und inwieweit kann man hier Parallelen aus dem „wahren“ Leben des Bergsports ziehen?

Britta: Eine der größten Gefahren beim Beschreiten völlig neuer Pfade ist meiner Meinung nach die die UNSICHERHEIT, die damit einhergeht. Eine neue Kletterroute zu besteigen – beispielsweise –, ist eine wahre Herausforderung, weil man  ERSTENS den Weg nicht kennt, ZWEITENS die Schwierigkeiten, die auf einen zukommen, nicht einschätzen kann und DRITTENS direkt und schnell reagieren muss, wenn Hindernisse den Weg verstellen.

Patrick:  Inwieweit kann hier ein „Bergführer“ Abhilfe leisten und Ängste und Unsicherheiten entschärfen? 

Britta: Ein Bergführer hilft definitiv. Auch IMP versteht sich als Wegbereiter und Wegbegleiter. Und ein erfahrener Bergführer oder Kletterpartner, der ...

  • schon viele ähnliche Routen gegangen ist und
  • aufgrund der Erfahrung auch schwierigere Passagen besser einschätzen kann und vor allem auch
  • mit einem Seil „sichernd“ zur Seite steht

... kann den anfänglichen „Unsicherheiten“ und Gehschwächen gut entgegenwirken. Trotzdem ist es schlussendlich so, dass man den Weg SELBST beschreiten muss. Die „Bergführer“ stehen zwar mit umfassenden Vorbereitungsmaßnahmen zur Seite: Fitnesschecks, Briefings, Szenarienplanungen  ... Sicherungsmechanismen, Tipps und Hilfestellungen ... und so weiter. Die Entscheidung aber, wo und wann man welchen Schritt setzen wird, muss man schlussendlich selbst treffen.

Patrick: Wie sehr lassen sich die Kunden auf ihre „Guides“ ein?

Über „wahre“ Gipfelstürmer, die sich am gemeinsamen Erfolg erfreuen und von „ganz oben“ schon den nächsten Gipfel erblicken

Britta: Meine Erfahrungen bei Kundenprojekten sind hier sehr unterschiedlich. Manchen fällt es leicht, sich in unsere „sicheren Hände“ zu begeben. Sie finden es selbst spannend, sich auf ungewohnte Methoden und neue Denkansätze einzulassen. Andere wiederum tun sich sehr schwer, sich in den „Klettergurt“ fallen zu lassen. Sie sind unsicher, ob sie es schaffen und denken darüber nach, vielleicht DOCH lieber eine bekannte, einfachere Route zu nehmen oder gar „unten“ im Tal zu bleiben. Denn die Kraft und den Mut, den Gipfel zu erstürmen, muss der Kunde selbst aufbringen – mit all den Widrigkeiten auf dem Weg: Steilpassagen, Unwetter, Schmerzen, Müdigkeit, vorbeiziehende „Möchtegern-Sprinter“ ... Nur mit einem entsprechenden Durchhaltevermögen und mit viel „Biss“ erreicht man schlussendlich sein Ziel.

Patrick: Und dann?

Britta: Und dann kann man am Gipfel stehen, hinunterschauen, sich am gemeinsamen Erfolg erfreuen und sich innerlich schon nach dem nächsten Gipfel sehnen ... DAS macht einen wahren Gipfelstürmer aus!

Patrick: Vielen Dank für das Gespräch, Britta! „Stürmen“ ist auch schon unser Stichwort: Wir haben gleich einen Kundentermin ... Auf zu neuen „Gipfeln“!

 

 
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Obwohl Britta Koch aus Deutschland kommt, kann man sie durchaus als "Bergfex" bezeichnen, was eine in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für einen leidenschaftlichen Bergsteiger ist. Und darum geht sie – gemeinsam mit Patrick Feuerstein – der Frage nach, was Unternehmen von "Gipfelstürmern" lernen können, wenn es darum geht, neue Ziele zu finden und unbekannte Wege zu beschreiten.

 

 



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