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APRIL 2015
 
Mitarbeiter im Fokus
 

PATRICK FEUERSTEIN

ÜBER "CHANGE" 


Oder: Nichts ist beständiger als der Wandel! Und warum Change Management in 20 Jahren ausgedient haben wird
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Unternehmen sind laufend gefordert, Anpassungen von Unternehmens-Strategien bzw. -strukturen an sich veränderte Rahmenbedingungen vorzunehmen. In Zeiten rasanter Veränderungen wird ein gutes Management zur Überlebensfrage. Doch das "klassische" Verständnis von Change Management reicht nicht mehr aus, um dem Wandel gewachsen zu sein. Ist das der Grund, warum Patrick Feuerstein sich genau für dieses Thema interessiert? Denn er ist nicht nur beruflich – insbesondere im Rahmen der Innovationsarbeit bei Kundenprojekten – von "Change" umgeben, sondern eines seiner zahlreichen Hobbies ist ebenfalls eng an das Thema Adaption und "Wandlungsfähigkeit" geknüpft: das Trekking. Auch hier gilt es, sich schnell an sämtliche Rahmenbedingungen und Widrigkeiten anzupassen und vor allem, sich im Vorfeld gut und langfristig vorzubereiten, um dann den Alltag in der "freien Wildbahn" gut managen zu können – sei es zu Fuß, mit dem Rad ... oder mit den Schneeschuhen;  in Niederösterreich, Nepal ... oder Norwegen; bei Sturm, Regen ... oder Hitze! 

"Eine 'Tour' wird dann erfolgreich verlaufen, wenn man sich nicht nur 'projektbezogen' damit beschäftigt, sondern laufend!", bringt Patrick Feuerstein die Herausforderungen sowohl beim Trekking als auch beim Change Management im Gespräch mit Linda Stifter auf den Punkt.

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Veränderung: eine Notwendigkeit

Linda: Patrick, noch nie war die Notwendigkeit für Wandel und die Geschwindigkeit, in der Wandel passieren muss, höher als das aktuell der Fall ist. Das gilt für alle Branchen – auch für jene, die in einem vermeintlich ruhigen Fahrwasser "unterwegs" sind, weil sie beispielsweise Produkt- bzw. Leistungszyklen von mehreren Jahren haben. Woher kommt dieser Druck?

Patrick: Hierfür gibt es sicherlich mehrere Ursachen. Eine der wichtigsten "Quellen" ist jedoch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung und die daraus resultierende permanente Verfügbarkeit von Informationen – sowohl intern als auch extern. Und darauf müssen Unternehmen reagieren.

Linda: Nun zeigt sich aber in unserem Beratungsalltag, dass Change Management von den meisten Unternehmen ausschließlich "anlassspezifisch" durchgeführt und nicht selten als „lästige Begleiterscheinung" bei größeren (Veränderungs-)Vorhaben gesehen wird.

Patrick: Ja. Das ist leider richtig! Aber die Zeiten, in denen Instrumente des Change Managements nur projektbezogen angewandt werden können, sind definitiv vorbei. Vielmehr ginge es darum, die Kompetenzen der Organisation bzw. der Mitarbeiter laufend weiterzuentwickeln. Denn der Fortschritt und die damit einhergehenden Entwicklungen sind enorm! Und Schlagworte wie beispielsweise Industrie 4.0 oder Additive Manufacturing sind keine leeren "Worthülsen", die irgendwann einmal in Zukunft zum Tragen kommen werden, sondern sie sind bereits heute eine mehr oder weniger gelebte Realität. Damit verbunden beschleunigen sich die Anforderungen am Markt bzw. seitens der Kunden in einem rasanten Tempo. Für Unternehmen heißt das nichts anderes, als dass die Erfolgsrezepte von heute im Morgen nicht mehr funktionieren werden. Sie MÜSSEN sich also verändern und anpassen. Tun sie es nicht, verspielen sie ihre Zukunft.

Linda: Was bräuchte es, um ein "dauerhaftes", zukunftstaugliches Change Management in den Unternehmen implementieren zu können? Was muss man dafür beachten?

Veränderung: eine Herausforderung

Patrick: Vor allem bedarf es einer Reduktion der ANGST vor Veränderungen. Das kann jedoch nur dann gelingen, wenn eine kontinuierliche Veränderung zum Normalzustand wird. Natürlich muss man hier einen entsprechenden Rahmen abstecken, innerhalb dessen Veränderungen stattfinden sollen und müssen. Zudem muss man sich bewusst sein, dass jede Veränderung beim Geschäftsmodell bzw. jede Realisierung von größeren Innovationsinitiativen Auswirkungen auf die Organisation hat.

  • Hier braucht es einen gewissen SPIELRAUM, damit diese Veränderungen dauerhaft verwurzelt  bleiben können.
  • Zudem ist es entscheidend, dass im Vorfeld eine breite Führungskoalition geschaffen wird. Denn diese stellt das so wichtige "BACKING" dar, damit Vorhaben überhaupt auf breiter Ebene angegangen und unterstützt werden können.
  • Weiters muss das ZIELBILD, das den Endzustand nach der Realisierung des Vorhabens widerspiegelt, klar gemacht werden. Alle betroffenen Mitarbeiter sollten also eine klare Antwort auf die Frage geben können: "Wofür macht man das alles?"
  • Und nicht zuletzt darf EIN FEHLER niemals (!) passieren: Den Sieg zu früh ausrufen! Das geschieht aber leider immer wieder – und zwar dann, wenn man "auf den letzten Metern des Weges“ ungeduldig wird. Die letzten Hürden zu einer (erfolgreichen) Realisierung können dann meist nicht mehr genommen werden – und das Gesamtziel wird verfehlt.

Linda:  Welche Aspekte des Change Managements werden sich in den nächsten 20 Jahren verändern?

Veränderung: eine Konstante

Patrick: Ich denke, dass man sich davon verabschieden wird, Change Management lediglich als eine Art "Brückentechnologie" zu sehen. Vielmehr wird es darum gehen, dass sich Führungskräfte wieder auf ihre eigentliche Aufgabe besinnen: neue Strategien und Taktiken zu entwickeln, um die zunehmend komplexen Prozesse und den laufenden Wandel im Griff zu haben. Ich bin also davon überzeugt, dass es in 20 Jahren kein klassisches Change Management mehr geben wird. Unternehmer und Manager müssen vielmehr eine Art wissensbasiertes (!) Unternehmen führen, das sich nicht nur durch die Qualität des Managements auszeichnen wird. Es ginge vor allem darum, eine KOOPERATIONS- und WISSENSKULTUR aufzubauen, um sich dadurch erfolgreich in einem Wettbewerb behaupten zu können, bei dem Veränderung zur Konstante werden wird.

Linda: Veränderung – eine Konstante, ein wohl sehr passendes "Zukunftsbild" ... Und dieses Bild steht sicherlich auch für Parallelen beim Trekking, wo man sich ebenfalls laufend auf neue Bedingungen einlassen muss, die trotz guter Planung einer ausgewählten Zielroute auf einen zukommen – ob man will oder nicht?

Patrick: Ja. Auch beim Trekking muss man sehr flexibel auf die jeweiligen Herausforderungen und Situationen reagieren, um den Wandel gut zu "meistern".
Oder anders formuliert: Man muss "der Wandel in Person" sein ...

Linda: BE THE CHANGE – lautet also das Credo. Danke für das Gespräch! II

 

 

 
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PATRICK FEUERSTEIN

Noch nie war die Notwendigkeit für Wandel bzw. die geforderte Geschwindigkeit, auf Veränderungen zu reagieren, höher als heute. Paradoxerweise bleiben viele Unternehmen einem überholten Verständnis von Change Management treu und machen damit dem Namen keine Ehre.

 

 

 

 

 

 

 

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