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BEITRAG SEPTEMBER/OKTOBER 2014
 
Franz Bailom über ...
 

OPEN INNOVATION – ABER RICHTIG!

Oder: Warum Innovation ein neues Innovations-
verständnis
braucht
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Bei der Suche nach innovativen Ideen, Konzepten oder Lösungen vertrauen sehr viele Unternehmen auf das Wissen der eigenen Organisation. Der Blick nach innen ist wichtig, denn es gilt, die wahren Kompetenzen und Fähigkeiten eines Unternehmens aufzuspüren – aber der Blick nach innen reicht nicht aus! Ideengenerierung braucht eine radikale Öffnung nach innen, aber vor allem auch nach außen. Und neben der Öffnung spielen auch die Fokussierung und schließlich die Vernetzung eine große Rolle. Ja- und dann kommt noch die Sache mit der Geschäftslogik! Doch der Reihe nach ...
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Viele der etablierten unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitute in Europa, den USA, in Südamerika oder Asien prophezeien nahezu einhellig kein oder ein sehr geringes Wachstum in Europa, ein reduziertes Wachstum in den Emerging Markets, zunehmende Ressourcen-Engpässe sowie ungelöste Umwelt- und Sozialthemen. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse unserer unterschiedlichen Studien,

  • dass die Hauptabsatzgebiete von über 50 Prozent der Unternehmen reife oder schrumpfende Märkte sind, in denen vielfach bereits seit einigen Jahren Hypercompetition (Qualitätsdruck bei sinkenden Margen) und ein massiver Verdrängungswettbewerb vorherrschen,
     
  • dass über 23 Prozent der befragten Unternehmen in ihren Hauptabsatzgebieten in den letzten drei Jahren Wachstumsrückgänge bzw. Stagnation in Kauf nehmen mussten und fast 30 Prozent der Unternehmen nur noch auf einem sehr geringen Niveau wachsen und
     
  • dass über 60 Prozent der Unternehmen für sich zu dem Schluss kommen, im Heute über kein Innovationsportfolio zu verfügen, welches ihnen neue Wachstumschancen eröffnet.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dementsprechend davon auszugehen, dass viele Unternehmen in Zukunft mit massiven und teilweise auch bedrohlichen Herausforderungen konfrontiert werden. Letztlich wird für Unternehmen viel von ihrer tatsächlichen Innovationsleistung abhängen.

Welche (Denk-)Muster Innovationen bremsen

Wenn man sich die Innovationslogik von Unternehmen vor Augen führt, dann zeigt sich, dass unter den gegebenen Marktbedingungen zwei grundlegende Denkmuster eine echte Barriere für Wachstumserfolge darstellen:

  1. Der Großteil der Unternehmen setzt auf evolutionäre Innovationen, die auf eine Verbesserung des Bestehenden abzielen. Solche Innovationsleistungen sind ohne Zweifel notwendig. Aber auf reifen Märkten ist diese Art der Innovation nicht in der Lage, jenen Differenzierungsgrad herbeizuführen, der eine echte Wachstumsdynamik auslöst.
     
  2. Bei der Suche nach innovativen Ideen, Konzepten oder Lösungen vertrauen die Unternehmen im Kern auf das Wissen der eigenen Organisation. Dabei läuft man aber nicht nur Gefahr, dass der Suchraster bereits in der Ideenfindungsphase aufgrund der Erfahrungswelt des Unternehmens viel zu eng definiert wird, sondern dass man sich zudem dem Kreativitätspotenzial einer häufig sehr kleinen Gruppe von Menschen ausliefert. Radikale Denkansätze bleiben unter solchen Voraussetzungen eher die Ausnahme.

Was man für erfolgreiche Innovationsleistung wissen sollte

Viele Erfolgsbeispiele und neueste Studien verdeutlichen aber augenscheinlich,

  • dass primär radikale oder sogar disruptive Innovationen echte Wachstumstreiber sind,
  • dass diese Innovationen vielfach aus einer neuen "Interpretation" bereits bestehender Kernkompetenzen abgeleitet werden,
  • dass für diese Innovationen immer auch ein entsprechendes Geschäftsmodell mit einer entsprechenden Wertschöpfungs-, Vermarktungs- sowie Erlöslogik entwickelt wird

und last but not least

  • dass viele der Erfolgsbeispiele durch eine starke Einbindung von externem (!) Wissen in verschiedenen Phasen des Innovationsprozesses entstanden sind.

Ein (Open-)Innovationsansatz, der vieles in Frage stellt

Ausgehend von den kurz skizzierten Erkenntnissen erfolgreicher Innovationsarbeit stellt sich umgehend die Frage, welche grundlegende Prozesslogik für die Realisierung wachstumstreibender Innovationen für Unternehmen praktikabel sein könnte. Aufgrund unserer Erfahrungen in mittlerweile sehr vielen Innovationsprojekten sowie des Austauschs mit Top-Wissenschaftlern haben wir folgenden, schrittweisen Ansatz entwickelt:

1. DIE REFLEXION:
Die wahren Kompetenz- und Fähigkeitsfelder entdecken


Anders als vielfach vermutet können gerade bestehende Kompetenzen oft besonders wertvolle Quellen für radikale oder gar disruptive Innovationen sein. Fakt ist aber auch, dass die wahren bzw. potenzialträchtigen Kompetenzen bzw. spannende Fähigkeitsbündel eines Unternehmens sehr oft unter der Oberfläche schlummern. In Unternehmen ist man sich dieser Kompetenzen offensichtlich häufig gar nicht bewusst. Eine intensive und tiefgreifende Auseinandersetzung mit den eigenen Kompetenzen unter Einbindung externer Partner, Kunden, Forscher usw. kann Ungeahntes hervorbringen. Angenommene Stärken können zerfallen. Umgekehrt können  Fertigkeiten und Fähigkeiten, welchen man bisher (zu) wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat, eine enorme Bedeutung gewinnen. Open Innovation „Die Erste“.

2. DIE ÖFFNUNG:
Besondere Ideen durch radikale Öffnung nach innen, aber vor allem nach außen generieren


Im Kern geht es darum, ausgehend von den "neuen" Kompetenzen lateral zu denken – und auch denken zu lassen! Beim (Er-)Finden von neuen Wachstumsräumen sollte man sich also nicht nur auf die eigene Kreativität verlassen. Und schon gar nicht auf ein rein technologisches Weltbild. Vielmehr ist es spannend, je nach Kompetenzfeld oder Fähigkeitsbündel (Fach-)Experten zu identifizieren und gemeinsam mit diesen in einem intensiven Diskurs darüber nachdenken, welche "verrückten" und "eigenartigen" Ideenkeime aus den entdeckten "Stärken" abgeleitet werden könnten. Open Innovation „Die Zweite“! Sie werden sich wundern, welche und vor allem wie viele Türen Ihrem Unternehmen grundsätzlich offen stehen.

3. DIE FOKUSSIERUNG:
Das besonders Wertvolle herausfiltern

Insbesondere in dieser Phase ist Qualität vor Quantität gefordert. Die Kunst liegt darin, die Vielzahl an spannenden Ideenkeimen nach der ersten Öffnung in eine Ordnung zu bringen und danach die drei bis fünf wertvollsten Ideen für den nächsten Schritt auszuwählen. Inhaltlich sollte bei dieser Fokussierung jeder Ideenkeim mit folgender Logik im Team analysiert werden:

  • Worum geht es im Kern beim jeweiligen Ideenkeim?
  • Auf welche Spieler treffen wir?
  • Welche Rolle können wir im jeweiligen (Markt-)Spiel einnehmen?
  • Welche Rollen und Aktivitäten bringen wie viel ein?
  • Wo helfen unsere heutigen Fähigkeiten wirklich weiter?

Entscheidend bei dieser Fokussierung ist nicht die Attraktivität bzw. das Potenzial einer Idee. Vielmehr muss man verstehen, wo genau die individuell geprägten Chancen liegen.

4. DIE VERNETZUNG:
Mit intelligenter Vernetzung die Ideen anreichern und qualifizieren

Mit einer deutlich reduzierten Anzahl an Optionen geht es in die nächste ÖFFNUNG. Open Innovation „Die Dritte“! Diesmal aber mit ganz anderen Leuten und mit einem ganz anderen Ziel. Die Herausforderung liegt darin, potenzielle Nutzer und Industrieexperten zu identifizieren, die das Verständnis über Marktdynamik und Kundennutzen schärfen können. Auch hier sind wiederum intensive Diskurse und keine Einzelgespräche gefordert. Erst die Diskussion und Reflexion in der Gruppe mit mehreren EXTERNEN bringt die wahre Qualifizierung. Auf diese Vernetzung muss abermals eine Fokussierung folgen. Die Idee bekommt zunehmend Substanz – ist aber längst noch keine Geschäftslogik. Aber eben diese braucht es, um mit Innovationen erfolgreich zu sein.

5. DIE GESCHÄFTSLOGIK: 
Von der Innovation zum Geschäftserfolg

Für diese bereits jetzt TOP-Qualifizierten und detaillierten Innovationen gilt es jetzt Schritt für Schritt jene Dimensionen auszuarbeiten, die es braucht, um von einer einzigartigen, stimmigen und zukunftsfähigen Geschäftslogik zu sprechen. Dazu muss in intensiver Arbeit eine klare Logik entlang folgender Dimensionen eines Geschäftsmodells erarbeitet werden, und zwar entlang ...

  • der Positionierung: Für was genau steht man mit dieser Innovation in welchem Marktsegment?
  • des Angebots: Was genau wollen wir anbieten und welcher besondere Nutzen soll die Kunden begeistern?
  • der dahinterliegenden Wertschöpfung: Was tun wir selbst und wo brauchen wir Partner?
  • des Marktangangs: Über welchen Pfad bzw. welche Nische finden wir unseren Weg in den Markt?

aber auch entlang

  • der Erlöslogik: Wie können wir damit Geld verdienen?

Abschließend muss aber allen Interessierten eines klar sein. Das Neue fällt nicht vom Himmel – es bedarf einer guten Vorbereitung und erfordert viel Energie. Halber Einsatz bedeutet bei diesem „Open-Ansatz“ nicht halbe Ergebnisse, sondern keines! //

 

 
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Franz Bailom

Innovative Management
Partner


IMP Managing Partner
Geschäftsführer IMP Österreich




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Angelika Moser

a.moser@imp.at

+43 (0) 512 580010

 
 

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