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ARTIKEL 05/03
 
Sichtweisen von Wachstumszweiflern und jenen, die an den Zweiflern zweifeln
 

GESELLSCHAFT AM ABRUND

Warum der Soziologe und Politologe Prof. Dr. Claus Offe das Prinzip unserer Wirtschaft mit einem Fahrrad vergleicht und welche gesellschaftspolitischen „Fantasien“ die Angelsachsen entwickeln

Klaudia Weber, Franz Bailom, Manuela Kirchler, IMP 

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Unsere Wirtschaft folgt der sogenannten Fahrrad-Theorie: Entweder das Rad rollt oder es fällt um!“, so Prof. Dr. Claus Offe. Angesichts der Tatsache, dass unser Wachstum gegen „Null“ geht, drohe damit verbunden auch unsere Gesellschaft zu „kippen“. Viele kluge Menschen haben sich zwar den Kopf darüber zerbrochen, wie man dem entgegensteuern könnte. Aber bislang scheint noch keiner eine Lösung gefunden zu haben. Und Politik und Medien wollen sich mit der Situation nicht wirklich auseinandersetzen, „weil sich derart viele gähnende Abgründe auftun, in die man erst gar nicht blicken will“, so Offe.
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Der renommierte Soziologe und Politikwissenschaftler, der u. a. Station an der Humboldt-Universität, in Princeton, Harvard und an der University of California in Berkeley gemacht hat, beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit Fragen zu Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat und Demokratie. Zudem arbeitete er über zehn Jahre lang mit dem Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas zusammen. Dabei setzten die beiden sich mit Themen wie sozialer Sicherung und liberalen Demokratien auseinander. Und genau in diesen Bereichen eröffnen sich heute ungeahnte Abgründe. Welche Ursachen gibt es dafür? Und wie hängen diese mit unserem kapitalistisch geprägten Gesellschaftssystem zusammen?

Wir besuchten Prof. Dr. Claus Offe in Berlin, wo er seit seinem Eintritt in den „Ruhestand“ vor acht Jahren als Professor of Political Sociology an der Hertie School of Governance tätig ist. Dabei erfuhren wir, wie sich unser heutiges Wirtschaftswachstum mit folgenden fünf Kernaussagen beschreiben lässt “ – den sogenannten fünf „WAHREN SÄTZEN“ –, die leider nicht miteinander vereinbar sind:

  1. Wachstum ist notwendig!
  2. Wachstum findet nicht statt!
  3. Wachstum lässt sich nicht mit den Mitteln der Geld- und Fiskalpolitik herbeiführen!
  4. Wachstum ist mit all seinen Klima-, Umwelt- und Rohstoff-Folgen nicht auszuhalten!
  5. Wachstum und Wohlbefinden fallen immer weiter auseinander!

Welche Schwierigkeiten sich daraus ergeben, aber auch, welche möglichen Lösungsansätze es dennoch gibt, skizzierte Prof. Offe im Interview.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass

  • die Angelsachsen mehr FANTASIE in Bezug auf SOZIALE INNOVATIONEN haben,
  • wir unsere globalen Herausforderungen nur mit einer MISCHUNG aus ökonomischen und politischen Strategien lösen können und
  • der Faktor ZEIT eine wesentliche Rolle dabei spielt, ob der „BÜRGER“ in uns allen eine Chance hat, sich aktiv an den notwendigen Veränderungen zu beteiligen.

IMP im Gespräch mit Prof. Dr. Claus Offe

 

 
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IMP PERSPECTIVES
Wachstumslogiken der Zukunft



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