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DER REIZ DER BENEDIKTINISCHEN REGEL
 
Was Manager von Mönchen lernen können
 

Von Steffen Range, Schwäbisch Media

ESSLINGEN Über die Kunst der richtigen Mitarbeiterführung erscheinen Jahr für Jahr Dutzende neuer Bücher. Dabei wurde vor 1500 Jahren schon alles gesagt.

Denn welche Eigenschaften ein Chef mitbringen muss, haben benediktinische Mönche bereits im frühen Mittelalter anschaulich niedergelegt. Sie stellen einfache Regeln für die Wahl des idealen Abts auf. Der Salzburger Philosoph und Theologe Professor Clemens Sedmak wandte die benediktinische Regel beim Symposium "Leadership-Logiken der Zukunft" auf das moderne Management an. Sedmak ist ein Schnellsprecher. Er reiht am Freitag in Esslingen Anekdote an Geschichte, Lebensweisheit an Bonmot. "Erfolgreiche Menschen sind ein weniger wohlwollendes Publikum", ruft er in den Saal. "Am Allergefährlichsten sind die Leute wie ich, die halb-erfolgreich sind." Ein augenzwinkernder Einstieg, und schon hat der Philosoph das mittagsschwere Publikum auf seiner Seite.

Gütig und streng
Der Abt muss gütig sein, aber auch streng. Diese benediktinische Empfehlung lässt sich mühelos auf den modernen Manager übertragen: hart, aber gerecht. Argwöhnisch soll ein Klostervorsteher nicht sein, was so viel bedeutet wie: Ein Manager muss seinen Mitarbeitern vertrauen und ihnen offen entgegentreten. Und eifersüchtig auf andere Mönche darf der ideale Abt schon gar nicht sein. Was heißt: Ein souveräner Chef erkennt Leistungen seiner Mitarbeiter an und tut gut daran, vernünftige Vorschläge aufzugreifen.Sedmak bringt einen interessanten Gedanken ins Spiel: In unserer Kultur herrsche unglücklicherweise die Annahme vor, an der Spitze stünde zwangsläufig der Beste. Die Benediktiner erlagen diesem Irrtum nicht. Sie empfahlen sogar, eben nicht den Gescheitesten oder Gesündesten zum Abt zu wählen. Denn dem ging womöglich die Fähigkeit ab, sich in die Langsamen, Alten oder Gebrechlichen hineinzuversetzen.

Blase der Selbsttäuschung
Tatsächlich gehe vielen Managern die Fähigkeit zur Empathie ab. Sie seien gefangen in der Blase der Selbsttäuschung, sagt Sedmak. Keiner sage ihnen die Meinung, die Wahrheit werde ihnen verschwiegen. Der Mann der Queen, Prinz Philip, gilt Sedmak als prominentes Beispiel. Ein Mann von Adel, der gerne rassistische oder koloniale Witze reißt, dem aber keiner sagt: Majestät, das tut man nicht. Manager, die in dieser Blase gefangen sind, sind immun gegen Kritik und glauben, dass herkömmliche Regeln für sie nicht gelten. (Aktualisiert: 29.06.2013 16:28)

 
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PROF. DDDR.
CLEMENS SEDMAK
Theologe, Soziologe und Politologe

"Welche Macht Sinnstiftung hat und wie sinnvoll Führungsarbeit ist"

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