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BEITRAG MÄRZ/APRIL 2016
 
 

NEHMEN SIE SICH EIN BEISPIEL!


Oder: Wie Unternehmen in der Fertigungsindustrie
von der Vernetzung profitieren 


Bis zum Jahr 2025 werden bis zu einer Billion Dinge vernetzt sein und miteinander kommunizieren: Produktionen, Städte, Infrastrukturen, Smart Products, Autos. Im Internet der Dinge verbinden sich die physische und die digitale Welt. Sämtliche Bereiche werden davon betroffen sein und auch davon profitieren. Auch die mittelständischen Unternehmen – vorausgesetzt, sie sind bereit, ihre Innovationsgeschwindigkeit zu steigern, ihre Geschäftsmodelle radikal in Frage zu stellen und ihre Organisation, Prozesse und Unternehmensphilosophie zu überdenken.



Früher war alles einfacher ...

Man hatte eine gute Idee, entwickelte darauf aufbauend ein Produkt und ging damit an den Markt. Heute erstehen Kunden jedoch keine PRODUKTE mehr, sondern SERVICES, die zu LÖSUNGEN „komponiert“ werden. Der Markterfolg hängt also nicht mehr von der „guten Idee“ alleine ab, sondern das Gesamtpaket muss stimmen. Oder anders formuliert: Innovationen sind nichts ohne eine entsprechende Geschäftslogik. Der Fertigungsindustrie ist es bisher am besten gelungen, die mit der Digitalisierung verbundenen neuen Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen. Die sogenannten „IoT Leaders“ (IoT = Internet of Things) zeichnen sich insbesondere durch drei Merkmale aus:

  1. Sie haben die DURCHSCHLAGKRAFT des "Internet of Things" frühzeitig erkannt und sich entsprechend organisiert, sodass sie auf Basis von Leistungs- und Kundendaten sehr schnell reagieren und sich auf neue Anforderungen einstellen konnten.
  2. Es ist ihnen gelungen, mit digitalen Lösungen substanzielle Werte  für ihre Kunden („VALUE CREATION“) zu erzeugen ... und nicht nur Werte für sich selbst.
  3. Sie erzeugen diese Werte vor allem durch neue digitale Produkte & Services („INTEGRIERTE LEISTUNGSBÜNDEL) sowie neue, innovative Geschäftsmodelle.

Sollten wir uns daher ein Beispiel an der Fertigungsindustrie nehmen? Und wenn ja, welches? Die nachfolgenden drei Beispiele zeigen auf, wie sich der digitale Wandel auch im Mittelstand vollzieht, mit welchen unterschiedlichen Strategien und Ansätzen die Unternehmen ihren Weg in die Welt der Industrie 4.0 gehen und welche Chancen damit einhergehen. [A] 


Beispiel 1: Robotik & Maschinenbau

Die Berger Gruppe aus Wuppertal ist ein weltweit tätiger Systemanbieter für die Schneidwaren-, Werkzeug,- Besteck-, technische Klingen und chirurgische Industrie (rund 18 Millionen Euro Umsatz). Auf Grundlage von ausgewerteten Kameradaten kommunizieren die einzelnen Roboter-Einheiten bei Berger heute in der Fertigung untereinander und entscheiden autonom über Fertigungsprozesse. Wenn ein Bearbeitungsvorgang länger dauert und das entsprechende Werkzeug deshalb nicht zur Verfügung steht, können die anderen Roboter darauf reagieren. So wird beispielsweise ein Produktionsvorgang vorgezogen, der weniger Bearbeitung eines Schmiedestücks erfordert, ohne dass die Produktion stockt. Bei der Produktion eines Schnellkochtopfs zum Beispiel erkennt der Roboter, dass er einen ganz bestimmten Greifer nehmen muss. Der Roboter reagiert hierbei auf die Eingangssignale der Sensorik. Pro Jahr entwickelt Berger acht bis zehn neue Prozesse oder Maschinen. Aktuell entwickelt Berger eine App für Smartphones und Tablets. Damit kann der Operator verschiedene Daten der Maschinen abrufen, die für die Wartung wichtig sind. Dieser neue Dienstleistungsbereich soll noch kräftig wachsen. Berger arbeitet daran, dass die Maschinen über die Sensorik ihre eigene Wartung einleiten. Je mehr Verschleißdaten erfasst und ausgewertet werden, desto genauer kann die vorausschauende Wartung geplant werden. [A]


Beispiel 2: Digitale Fertigung

Bereits während der Produktion Daten sammeln und nutzen – und den Schatz an den Kunden weitergeben, damit dieser seine eigene Arbeit beschleunigen kann: Das ist Service im Digital-Zeitalter. Das Mönchengladbacher Unternehmen Helmut Beyers GmbH (23,1 Millionen Euro Umsatz) setzt dies um. Es stellt elektronische Baugruppen und Komplettsysteme nach den Designs und Vorgaben der Kunden her, zum Beispiel Steuer-Elemente intelligenter Kühlsysteme für Lebensmitteltransporte. Jeder einzelne Fertigungsschritt wird digital abgebildet. Alle Prozessdaten, zum Beispiel die Dauer der Produktionsabläufe oder der Materialverbrauch, fließen in das Produktionsleitsystem MES (Manufacturing Execution System). Mit diesem Programm lässt sich die Produktionsplanung optimieren, denn es bündelt alle relevanten Informationen zu Materialfluss, Zeitaufwand oder Produktionsmengen und speist sie auch ins Warenwirtschaftssystem ein. Auch die Lieferanten von Beyers werden zunehmend in diesen Prozess eingebunden. Die digitalen Daten werden selbst Teil der Leistung für die Kunden. Ein Beispiel: Testdaten aus den Fertigungsprozessen werden den Kunden frühzeitig zur Verfügung gestellt. Die Kunden wiederum können mit den Informationen ihre eigenen Prozesse beschleunigen, bevor sie die Baugruppen geliefert bekommen. Digitalisierung bildet somit die Grundlage für die konsequente Weiterentwicklung von Beyers Geschäftsmodell. [A]
 

Beispiel 3:
 Individualisierte Serienprodukte durch Additive Fertigung

Die Firma Arburg aus Loßburg bringt zwei Welten zusammen: das Spritzgießen und die additive Fertigung. Unter Einbezug von Industrie 4.0 und Leitrechnertechnik hat das Maschinenbauunternehmen eine komplett vernetzte Prozesskette für die Fertigung individualisierter, rückverfolgbarer Lichtschalter-Wippen entwickelt. Am Beispiel der Lichtschalter-Wippe zeigt Arburg den Weg vom Großserienprodukt zum individuellen Kunststoffteil. Technik und Know-how zu additiver Fertigung, zum Spritzgießen und zur Vernetzung der Abläufe über ein Leitrechnersystem kommen von Arburg. Kooperationspartner sind die Firmen Gira (Produkt und Werkzeugbau), Trumpf (Laserbeschriftung), Fuchs Engineering (Qualitätsprüfung) und FPT Robotik (Automation). Die Prozesskette beginnt beim Produktdesign an einem CAD-Arbeitsplatz mit freeformer, der additiv Prototypen fertigt. Es folgen die Auftragserfassung und die Produktion der Lichtschalter- Wippen mit einer Allrounder Spritzgießmaschine. In die automatisierte Fertigungszelle sind eine Laserbeschriftung mit einem Data-Matrix(DM)-Code und eine Qualitätsprüfung integriert. Zum Unikat wird das Spritzteil durch den freeformer, der im nächsten Schritt additiv eine individuelle Kennung aufbringt. Dann wird das fertige Produkt in einer Roboterzelle verpackt und mit einem QR-Code bedruckt. Über den individuellen Code lassen sich die Prozess- und Qualitätsparameter jedes Spritzteiles online abrufen – den Vorgaben der einzelteilbezogenen Nachverfolgbarkeit von Industrie 4.0 folgend. Zentrale Bedeutung kommt dem Arburg Leitrechnersystem (ALS) zu, das die Parameter erfasst und an einen Webserver weiterleitet. [B]


FAZIT

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Industrie 4.0 erfordert vernetzte und integrative Geschäftsmodelle, die nicht mehr durch eine einzelne Firma, sondern durch ein hochdynamisches Geschäftsnetzwerk umgesetzt werden. Dadurch entstehen „integrierte“ Kooperations- und Geschäftsmodelle, die unter stärkerer Einbeziehung von Kunden, Lieferanten, Partnern und Markt vermehrt auf individuelle und kurzfristige Kundenwünsche zugeschnitten sein werden. Zudem begründet Industrie 4.0 und die Individualisierung der Fertigung neue Leitmärkte für Exportunternehmen im Maschinen- und Anlagenbau. Auf individualisierte Produkte gegründete Geschäftsmodelle setzen sich neben dem Anlagen- und Großmaschinenbau und dem bisherigen Fokus auf Premiumprodukte zunehmend in allen Wirtschaftsbereichen durch. [C], [D]

______________________________________________________________________


VERTIEFUNGSMÖGLICHKEIT


Wer sich gerne noch weiter vertiefen möchte, kann das gerne über die Langversion des Beitrages von Carsten Vollrath tun ...


 

  ... 
Langversion lesen >


LITERATURVERWEISE

[A] IHK NRW: Digitale Transformation und Industrie 4.0, Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus NRW zeigen Best Practice. Oktober 2015. 

[B] VDMA Forum Industrie 4.0: Industrie 4.0 konkret – Lösungen für die industrielle Praxis. April 2015. 

[C] Vollrath, Carsten: Industrie 4.0 - Intelligente Fabriken ticken anders. digitalbusinessCLOUD, März 2015.

[D] Zukunftsbild Industrie 4.0, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Referat
IT-Systeme, 53170 Bonn, Oktober 2013

 
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Der Fertigungsindustrie ist es bisher am besten gelungen, die mit der Digitalisierung verbundenen neuen Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen. Sollten wir uns daher ein Beispiel an ihr nehmen? Und wenn ja, welches? Unsere jüngste Kolumne von Carsten Vollrath zeigt anhand von drei Beispielen auf, wie sich der digitale Wandel auch im Mittelstand vollzieht, mit welchen unterschiedlichen Strategien und Ansätzen die Unternehmen ihren Weg in die Welt der Industrie 4.0 gehen und welche Chancen damit einhergehen.



 

 

LANGVERSION

Wer sich gerne noch weiter vertiefen möchte, kann das gerne über die Langversion des Beitrages von Carsten Vollrath tun.

 

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KOLUMNE 03-04/2016

 


CARSTEN VOLLRATH
IMP Managing Partner
CEO IMP Schweiz

office@imp-consulting.ch
T.: (+41) 44 567 61 54

 

 

 

 

 

 

 

 


HINWEIS

Und hier noch ein Vera
nstaltungshinweis passend zum Thema "Internet of Things" und "Big Data": 
Dr. Viktor Mayer-Schönberger >>, Professor für Internet Governance and Regulation in Oxford und Autor des Bestsellers: "Big Data – Die Revolution, die unser Leben verändern wird" ist bei den IMP Strategy Days 2016 in Innsbruck als Vortragender zu erleben.


STRATEGIEARBEIT
DER ZUKUNFT

Wohin des Weges?

16./17. Juni 2016 |
IMP Strategy Days |
Innsbruck  |

 



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