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FRüHERER NESTLé-CHEF HELMUT MAUCHER KRITISIERT ANGEBER IN CHEFETAGEN
 
 

Von Steffen Range, Schwäbisch Media

ESSLINGEN Helmut Maucher ist ein streitbarer Mann. Der frühere Nestlé-Chef empfindet Gentechnik als Segen, hält viele Deutsche für technologiefeindlich und kritisiert, dass in den Chefetagen zu viele Schwätzer unterwegs seien. Er wirft einigen seiner Kollegen „Gier und Kurzfristigkeit“ vor, um zwei Sätze später nachzuschieben: „Sozialist bin ich nicht.“

Nein, das ist er wahrlich nicht. Maucher gilt als Managerlegende. Er hat Nestlé während seiner 19 Jahre an der Spitze Nestlés zum weltgrößten Nahrungsmittelkonzern der Welt gemacht. Der 85-Jährige ist Ehrenpräsident von Nestlé und hat sich inzwischen auch als Buchautor einen Namen gemacht. Viel Zeit verbringt er in Isny im Allgäu: Im Jägerhof hat er eine Eigentumswohnung. Beim Symposium „Leadership-Logiken der Zukunft“ in Esslingen beschrieb er die Eigenschaften erfolgreicher Führungskräfte. „Wer keine Leidenschaft hat, wird keinen Erfolg haben“, sagt Maucher. Vor allem aber müsse ein guter Manager Interesse an seinen Mitarbeitern haben. Durch Statistik und Marktforschung erfahre man nicht, was die Mitarbeiter wirklich dächten. Gespräche führen, zuhören, Anregungen aufgreifen. Als Chef laufe man sonst Gefahr, sich von seinen Mitarbeitern zu isolieren.

Maucher rät zur Bescheidenheit
Nur auf diese Weise ist ein Manager auch in der Lage, Kehrtwenden einzuleiten. Wer von Claqueuren umgeben ist, wird Irrtümer nicht erkennen. Als Beispiel für einen, der „alles über Bord geworfen hat“, dient ihm der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), sagt Maucher im Gespräch mit schwäbische.de. Ein radikaler Jungsozialist in seiner Jugend, der nach Ansicht Mauchers seine Fehleinschätzungen erkannt und korrigiert habe. Die Agenda 2010 werde im Urteil der Geschichte einmal als bedeutender Wendepunkt angesehen und habe maßgeblich zum Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft beigetragen, lobt Maucher.

Einen Begriff verwendet der ehemalige Konzernchef immer wieder, wenn er über Führung spricht: Bescheidenheit. Einem guten Manager gehe es nie um sich selbst, sondern immer um das Unternehmen. Zuwider sind ihm die Angeber und Schwätzer, Karriereopportunisten und Dampfplauderer. Dazu passt auch die Charakterisierung seines Lebenswerks bei Nestlé, immerhin der größten Nahrungsmittelkonzern der Welt: „Wir machen ja nichts Besonderes. Wir verkaufen Nudeln und Schokolade.“
(Aktualisiert: 28.06.2013 14:20)

 
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DR. HELMUT MAUCHER
Ehem. CEO und Präsident des Nestlé Verwaltungsrates

"Was zeichnet erfolgreiches Leadership und Management aus"

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