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NEUE SCHALICHKEIT
 
Warum der Wirtschaftsstandort Europa aufgrund energiepolitischer Entwicklungen vor dramatischen Herausforderungen steht
 

ERNÜCHTERND

Vortrag von Prof. Karl Rose

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"Neue Optionen – vor allem Schiefergas – verändern weltweit die Energielandschaft. Viele Länder verlieren zunehmend ihre Rolle: Exporteure werden zu Importeuren und umgekehrt," so Prof. Karl Rose in seinem Vortrag bei den Vienna Strategy Days am 6. Mai 2014, der dort eine für wohl alle Anwesenden ungewohnte Nüchternheit an den Tag legt. Diese sei aber notwendig, um endlich mehr Sachlichkeit und Klarheit in die vieldiskutierte Energiethematik zu bringen. Selbst unsere höchsten politischen Entscheidungsträger vermischen in hitzigen Diskussionen gerne die Fakten, wenn sie von "Grüner Energie" sprechen, indem sie den Menschen suggerieren, dass es besser sei, sich auf Sonne und Wind zu verlassen statt auf Länder wie Russland oder die USA. Fakt ist aber: "Strom, Transport und Wärme sind vollkommen unterschiedliche Dinge! Und 'Grüne Energie' bezieht sich nun einmal meistens nur auf Strom." Somit kann von einer Enegierunabhängigkeit wohl kaum die Rede sein, sosehr wir uns das auch wünschen! Ohne eine Zusammenarbeit mit Russland oder den USA haben wir also wenig Aussichten auf ein Wirtschaftswachstum.
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Wir haben nun versucht, die Kernstatements des gesamten Vortrags von Prof. Rose in übersichtlicher Form aufzubereiten. Denn zu selten kommt es vor, dass derart OFFEN und KLAR über diese Dinge gesprochen wird. Und Klarheit ist nun einmal der erste Schritt, um in weiterer Folge die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können.

Schiefergasrevolution in Nordamerika hat Folgen jenseits den USA

  • Amerika sitzt auf einem Kontinent an Ressourcen und wenn das Schiefergas tatsächlich zur Gänze ausgebeutet wird, ist die "Ressourcenfrage" für die nächsten Jahrzehnte beantwortet.
  • Die Auswirkungen der Schiefergasrevolution sind durch die US-Wettbewerbsfähigkeit überall spürbar.
  • Der wirtschaftliche Standortvorteil verlagert sich zunehmend in die USA
  • Europa und Japan werden bei den ENERGIE-INTENSIVEN SEKTOREN (!) zu den Verlieren gehören. WICHTIG: Wir haben aber auch noch andere Industrien! Das heißt: Europa wird INSGESAMT noch "moderat" wachsen.
  • Der Exportanteil energieintensiver Güter wird in der EU (lt. IEA) voraussichtlich um 10 Prozent  sinken.

Optionen für Europa

  • Billige Energie für Europa wird es nur durch entsprechende Kooperationen geben. Das heißt:
  • Europa muss sich mit Russland über eine Zusammenarbeit einigen (auch wenn sich das aufgrund der derzeit politischen Situation als zunehmend schwierig gestaltet).
  • Europa muss eine Zusammenarbeit mit den Amerikanern anstreben (auch wenn die USA diesbezüglich eine "Machtpolitik" betreiben wird ==> Gas wird durch den Transport für Europa teurer).
  • Wenn keine Zusammenarbeit gelingt, dann gibt es für Europa wenig Aussichten auf ein Wirtschaftswachstum (==> Europa hat beim GAS 3 x so hohe Energiekosten = Faktor 3 = 300 Prozent), was auch mit EFFIZIENZ nicht mehr wettzumachen ist).

Standortverlagerung

  • In den energieintensiven Bereichen wird Europa als Standort "verlieren". Dabei handelt es sich um einen "schleichenden" Prozess, bei dem keine abrupte Abwanderung erfolgen wird. Vielmehr werden bei Neuinvestitionen entsprechende Überlegungen zu neuen Standorten angestellt.
  • Bei einer Standortdiskussion darf man aber nicht nur die ENERGIEKOSTEN als Entscheidungskriterium heranziehen. Die gesamten Produktionskosten beinhalten nämlich viel mehr Kosten, wie etwa auch die Lohn- und Lohnebenkosten ... usw.

FAKT IST ALSO ...

Mit den neuen Optionen, die sich durch das Schiefergas ergeben (und seien sie auch noch so umstritten) können noch bis weit nach 2050 große Mengen an Öl und Gas gewonnen werden. Das scheinbare Ende unserer Ölreserven ist somit das falsche Argument für erneuerbare "grüne" Energie. Die aktuellen Diskussionen laufen offensichtich auch deshalb in die falsche Richtung, weil Öl immer als ein Gegenspieler der erneuerbaren Energie kommuniziert wird. Tatsache ist aber, dass Öl primär für den TRANSPORT und nicht für die STROMERZEUGUNG verwendet wird. Es kann scheinbar nicht oft genug betont werden, dass STROM, TRANSPORT und WÄRME vollkommen unterschiedliche Dinge sind! Mit "grünem Strom" ALLEINE werden wir somit am  Wirtschaftsstandort Europa kaum in den "grünen Bereich" gelangen. Ganz im Gegenteil: Globale Unterschiede in der Energiepreisentwicklung verändern zunehmend unsere Wettbewerbsfähigkeit – und zwar zu unserem Nachteil! Trotzdem sollte man bei Überlegungen zu Standortabwanderungen unterscheiden, ob das eigene Unternehmen einer energieintensiven Produktion angehört, oder nicht.  Zudem gilt es zu beachten, dass Produktionskosten mehr umfassen als die reinen Energiekosten.

Abschließend könnte man sich vielleicht noch die Frage stellen, aus welchen Gründen die USA Sanktionen gegen Russland vornehmen: Handelt es sich dabei womöglich (auch) um "energietaktische" Maßnahmen?

 

 
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KARL ROSE war Vortragender bei den Vienna Strategy Days 2014 und war wohl für sehr viele Teilnehmer mehr als nur "ernüchternd". Der Energieexperte (Director des World Energy Council, zuständig für die Entwicklung der globalen Energieszenarien 2050 und ehem. Chefstratege Royal Dutch Shell) schreckte nicht davor zurück, die Dinge beim Namen zu nennen.

 
 

Foto: Karl Rose, der bei den Vienna Strategy Days sehr ernüchternde Worte sprach


"Strom, Transport und Wärme sind vollkommen unterschiedliche Dinge! Und 'Grüne Energie' bezieht sich nun einmal meistens nur auf Strom. Somit kann von einer Enegierunabhängigkeit wohl kaum die Rede sein: Fakt ist: Ohne eine Zusammenarbeit mit Russland oder den USA haben wir wenig Aussichten auf ein Wirtschaftswachstum!"

KARL ROSE

 

Wichtiger Hinweis

In der Ausgabe 5 unserer IMP-Perspectives führten wir ein ausführliches Interview mit Prof. Rose im Zusammenhang mit Wachstum & Technologie: WIR WACHSEN, ALSO SIND WIR?

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